Info´s und Veröffentlichungen zum Energiekonzept

ENERGIEKOMMISSION INFORMIERT

Die Gemeindevertretung beschließt Windpark in der Waldmark Waldernbach.

Nach fast einem Jahr intensiver Vorbereitung hat die Gemeindevertretung in nichtöffentlicher Sitzung am 14.02.2012 den Grundsatzbeschluss zur Errichtung eines Windparks in der Waldernbacher Waldmark getroffen und sich auf die Hermann-Hofmann-Gruppe aus Solms als Partner festgelegt.

Dieser Entscheidung, die für die Gemeinde und die Bürger weitreichende wirtschaftliche Vorteile bringen wird, ging ein umfangreiches Bieterverfahren voraus, in das seitens Energiekommission und Verwaltung viel Arbeit investiert wurde.

Tatsache ist, dass die Waldmark im Regionalplan Mittelhessen bereits als Vorrangfläche ausgewiesen war. Somit hätte ein Investor jederzeit Anspruch auf diese Fläche erheben können. Die bereits vorliegenden Anfragen zeigen ein hohes Interesse an diesem windertragsstarken Standort.

Eine Einflussnahme auf die konkrete Planung und eine maximale Wertschöpfung vor Ort kann jedoch nur erzielt werden, wenn sich die Gemeinde an einem Windpark beteiligt.

83 % der Bürger Mengerskirchens halten Windkraft für wichtig.

Angespornt durch die überwältigende Zustimmung im Rahmen der repräsentativen Befragung hat sich der Marktflecken entschieden – im Gegensatz zu anderen Gemeinden, die lediglich Pacht beziehen – dieses Projekt aktiv auf den Weg zu bringen. Hierzu erarbeitete die Energiekommission einen Katalog von Rahmenbedingungen und Anforderungen an mögliche Investoren:

1. Größtmögliche Wertschöpfung für die Bürger Mengerskirchens. Der meiste Teil der Fläche ist im Eigentum von Hessenforst. Mögliche Betreiber könnten mittels Pachtvertrag mit Hessenforst investieren und die Gemeinde nur am Rande beteiligen. Wir wollen einen fairen Anteil an der Wertschöpfung und geben uns nicht mit Pacht und Gewerbesteuer zufrieden.

2. Einflussnahme auf die Planungen des Windparks. Aktives Handeln und eine direkte Beteiligung ermöglichen es der Gemeinde, das Projekt und dessen Umfang zu beeinflussen (z.B. Begrenzung auf 4 Windräder in der Gemarkung Mengerskirchen).

3. Jeder Interessent an diesem ertragsstarken Standort musste sich daher genauestens dem Kriterienkatalog der Gemeinde entsprechen:

• Beteiligung der Gemeinde (Bürgerwindrad)

• Darüber hinausgehende Beteiligung von Bürgern

• Mindestens ein Windrad auf Gemeindegebiet (Pachterlöse)

• Gewerbesteuer zu 100 % nach Mengerskirchen

• Verkauf des Windparks ist rechtsverbindlich für die Dauer des Betriebes auszuschließen

• Wertschöpfung in der Gemeinde bereits in der Planungs- und Bauphase durch Gründung einer Projektgesellschaft vor Ort und Berücksichtigung heimischer Unternehmen

Anhand dieses Kriterienkatalogs wurden mit insgesamt 11 Investoren intensive Gespräche geführt und die Angebote in ein einheitliches, finanzielles Bewertungsschema eingegeben. In der Gemeindevertretung gab es dann sowohl zum Grundsatzbeschluss als auch zur Auswahl der Hermann-Hofmann-Gruppe ein fast einstimmiges Votum.

Die Gemeindeväter haben damit eine bedeutende und weitreichende Entscheidung getroffen:

• Durch die Beteiligung der Gemeinde an den Erträgen aus einem „Bürgerwindrad" ist eine namhafte und dauerhafte Stärkung der Gemeindefinanzen zu erwarten, die jedem Bürger zu Gute kommt.

• Dazu kommen die Pachterträge von einer Windkraftanlage auf Gemeindegebiet und die Gewerbesteuereinnahmen des Windparks, die zu 100 % an die Gemeinde fließen.

• Darüber hinaus gibt es für interessierte Bürger die Möglichkeit der Beteiligung. Einmal am Bürgerwindrad und zum anderen direkt an der Betreibergesellschaft für den restlichen Windpark.

• Vor allen Dingen aber wird Mengerskirchen bezüglich des Strombedarfs autark. Bereits das eine „Bürgerwindrad" alleine deckt fast den heutigen Jahresbedarf von rund 8,6 Mio. kWh. Zusammen mit den mittlerweile an vielen Stellen installierten Photovoltaikanlagen allzumal. Für den Gesamtwindpark wird mit Winderträgen zwischen 24 und 28 Mio. kWh pro Jahr gerechnet.

• Neben den obengenannten wirtschaftlichen Vorteilen ist im zweiten Schritt die Direktvermarktung des erzeugten Stroms an die Bürger angedacht. Das würde zu deutlichen Einsparungen für jeden Verbraucher im Vergleich zum Bezug aus dem öffentlichen Netz führen.

Viele Gründe, die die positive Haltung aus der Bürgerbefragung unterstreichen! Viele Investoren haben in den Gesprächen zu erkennen gegeben, dass auch dieses Ergebnis der Bürgerbefragung ein besonderes Interesse geweckt habe.

Auch Ihr Interesse ist geweckt? Das Projekt wird Ihnen in einer Bürgerversammlung voraussichtlich am 28.03.2012 in der Westerwaldhalle Waldernbach im Detail vorgestellt. Beachten Sie die Einladung in den nächsten Ausgaben der Knotenrundschau!