Info´s und Veröffentlichungen zum Energiekonzept

Windenergie im Marktflecken Mengerskirchen

83 % der Mengerskirchen Bürgerinnen und Bürger halten Windkraftanlagen für wichtig oder sehr wichtig, wie bereits in der letzten Ausgabe der Knotenrundschau berichtet wurde. Damit rangiert die Windenergie vor der Photovoltaik auf Dachflächen (82%), der Photovoltaik auf Freiflächen (72%) und der Biomasse (67 %). Grund genug, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.


Wie und wo könnten Windkraftanlagen auf dem Gebiet des Marktflecken Mengerskirchen realisiert werden und welchem Gebiet geben die Bürgerinnen und Bürger den Vorzug?

Für Windkraft auf dem Knoten haben sich in der Bürgerbefragung 63 % der Befragten ausgesprochen, dagegen 34 %.

Der von Investoren geplanten Errichtung von Windkraftanlagen auf dem Knoten in den Gemarkungen Greifenstein und Driedorf haben 23 % der Befragten zugestimmt, 24% wünschen, dass der Marktflecken Mengerskirchen gerichtlich dagegen vorgeht. 48 % haben angegeben, der Marktflecken Mengerskirchen soll selbst dort Windenergieanlagen errichten.

Der auf Ebene des Regierungsbezirks Gießen aufgestellte Regionalplan sieht allerdings auf dem Knoten kein so genanntes Vorranggebiet für Windkraft vor. Dies ist vorwiegend wegen des dort vorhandenen Naturschutzgebietes und im Europäischen Vogelschutzprogram der EU begründet. Die Regionalversammlung Mittelhessen hatte im Sommer 2010 die von dem Investor auf dem Gebiet Greifenstein/Driedorf geplante Errichtung von fünf Windrädern abgelehnt, im März 2011 hatte dann ein Ausschuss der Regionalversammlung naturschutzrechtliche Bedenken ausgeräumt, aber im Rahmen einer Abweichung (Ausnahmeregelung) die Höchstzahl auf vier Anlagen auf dem Knoten begrenzt. Ob die Genehmigung der vier Anlagen rechtmäßig erfolgte, wird zurzeit gerichtlich geklärt. Sollte die auf vier Anlagen beschränkte Ausnahmegenehmigung bestätigt werden, dürfte es für Mengerskirchen schwierig werden, weitere Anlagen zu errichten. Sollten dagegen die naturschutzrechtlichen Tatbestände eine Windenergienutzung generell verhindern, müsste das auch für den Mengerskircher Teil des Knotengebiets gelten.

Daher legt die Energiekommission das Hauptaugenmerk auf die Bewertung anderer Standorte. In der Bürgerbefragung hielten 59 % der Befragten das Gebiet Waldmark zwischen Waldernbach und Neunkirchen, 56 % das Gebiet „hinterm Zimberg“ bei Mengerskirchen als geeignet für die Nutzung von Windenergie. Daneben gab es in geringerem Maße auch Nennungen für den Bereich Dillhäuser Sportplatz, das Gebiet zwischen Probbach und Dillhausen, den Almerskopf zwischen Probbach und Barig sowie im Bereich Mengerskirchen Buchwald, Hansenberg und Galgenkopf.

Für die beiden meistgenannten Gebiete Waldmark und Zimberg besteht bereits ein Eintrag als Vorrangfläche im Regionalplan, die rechtlichen Hürden sind daher am geringsten zu bewerten. Für den Bereich hinterm Zimberg hat der Marktflecken Mengerskirchen sogar schon vor Jahren einen rechtskräftigen Bebauungsplan erstellt, der jedoch den technischen Entwicklungen (Höhe der Anlagen, ggf. auch Abstand zur Wohnbebauung) heute nicht mehr gerecht wird.Dem Bürgerwillen entsprechend und unter Berücksichtigung der rechtlichen Gegebenheiten werden daher Gemeindevorstand und Energiekommission vorrangig das Gebiet Waldmark bei Waldernbach prüfen, Gespräche führen und ggf. ein Konzept erstellen