Fairtrade im Marktflecken

Faires Frühstück Winkels 11.9.2015

Ich freue mich wieder hier in Winkels zum Fairen Frühstück eingeladen zu sein.
Schließlich ist Fair Trade einer der wichtigsten Schlüssel zur Bekämpfung von Hunger und Armut auf der Welt.

Nicht durch „füttern“ sondern durch „fördern“ von Eigeninitiative und Absatzchancen für die Produkte der Dritten Welt, zu gerechten Preisen, wird dauerhafte, nachhaltige Entwicklung und eine humane Gesellschaftsordnung in diesen Ländern möglich. Das geht gerade im Augenblick in den Nachrichtensendungen Vielen flott über die Lippen. Hätten wir nur schon mal früher damit angefangen!

Wir, hier in Winkels und auch unser Verein „Eine Welt für Alle“, haben da offensichtlich früher als Andere die Antennen ausgefahren. Wir verkaufen fairen Kaffee und später auch anderes seit 23 Jahren. Und hier in Winkels die Rita, die macht das ja noch viel länger und ist unermüdlich immer unterwegs, wo sie eine Möglichkeit sieht, Fair Trade an den Mann oder die eher an die Frau, zu bringen.
Es gibt selten eine Sache in der man so ungern recht behalten möchte wie jetzt, wo sich der Zusammenhang zwischen ungerechter Welthandelsordnung, Not und Flucht auf schlimmste Art und Weise zeigt und letzten Endes auch, wie Papst Franziskus in seiner wunderbaren Enzyklika „Laudate Si“ sagt der Zusammenhang von Armutsbekämpfung mit dem Kampf um den Erhalt der Schöpfung für unsere Nachkommen.

Gerade in diesen Tagen, in denen ständig schreckliche Bilder vom Flüchtlingselend über unsere Bildschirme flattern, zeigt sich, dass der Einsatz für diese Anliegen nicht nur Barmherzigkeit und Mitgefühl ausdrückt, sondern in unserem ureigensten Interesse liegt.

Machen wir uns nichts vor, für mindestens die Hälfte der 7,3 Mrd. Menschen, die heute auf der Erde leben ist Hartz IV in Deutschland das Paradies auf Erden. Übrigens während ich hier rede kommen jede Minute 155 Menschen dazu. Wir müssen umdenken und den Leuten dort wo sie leben ein Auskommen geben, als Grundlage für ein menschenwürdiges Dasein. Jeder von uns kann mit dem Einkaufswagen dazu beitragen.

Deshalb sind wir auch dankbar, dass hier in Winkels im Bäckerladen Krekel und in der Metzgerei Abel Fair Trade angeboten wird. Ich möchte es aber auch nicht versäumen auf die über zwanzig Geschäfte, Betriebe, Schulen und Organisationen hinzuweisen, über die ganze Großgemeinde verteilt, die ich hier auf diesem Plakat noch einmal aufgelistet habe.

„Mit dem Einkaufswagen“ das hört sich klein an, aber die Masse von uns Konsumenten hat eine gewaltige Macht. Wie haben dieses Jahr als Steuerungsgruppe „Fair Trade City“ mit der Westerwaldschule ein Projekt zu Fairen Bananen gemacht. Unterstützt von REWE aber auch von Chiquita. Und zwar nicht ohne Grund! Dieser riesige multinationale Gigant stand in USA vor der Insolvenz und hat sich notgedrungen einem Fairen Siegel unterworfen. Weil die Verbraucher das Unternehmen für sein asoziales Verhalten in Lateinamerika geächtet hatten. Das ist die Verbrauchermacht!

Aber wenn ich hier so rundschaue, sehe ich eigentlich Stammpublikum und ich denke alle die hier sind, haben den Sinn der Fair Trade Bewegung verstanden, denen muss man eigentlich gar nichts mehr erzählen. Aber solche Geschichten wie mit Chiquita oder auch dem ständigen Wachstum von Fair Trade. Der Fair Trade Sektor weist in Deutschland z.B. bei weitem die höchsten Wachstumsraten im Handel auf. Solche Informationen können bestärken und ermutigen. In diesem Sinne bitte ich Euch nicht nur heute, sondern das ganze Jahr über dabeizubleiben und mit in Euer Umfeld positiv auszustrahlen. „Seien wir realistisch“, hat einmal jemand gesagt „versuchen wir das Unmögliche!“ Und es ist so, dass die Lage der Menschheit prekär ist. „Selbstmörderisch“, seien viele Lebens- und Verhaltensweisen, sagt Papst Franziskus in seiner Enzyklika. Trotzdem bleiben wir dabei! Was bleibt uns auch anderes übrig?
Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit!

Aber zum Schluss doch noch ein kleiner Werbeblock. Ihr seht das Plakat hier:
Am Samstag, den 26. 9. Im Bürgerhaus Schloss zum neunten Mal der Bayersiche Abend mit Eurem großartigen Blasorchest der FFW.
Ich hoffe doch sehr, dass wir auch das zehnjährige Jubiläum noch zusammen feiern.