Fairtrade im Marktflecken

Nachdenkliches zum „Fairen Frühstück“

Das EMAS-Kernteam, der Pfarrgemeinderat St. Maria Magdalena und der Verein „Eine Welt für Alle“ hatten anlässlich der „Fair-Trade-Wochen“ eingeladen.
Bei „fairem“ Kaffee und frischen Brötchen war für ein reichliches Frühstück gedeckt. Neben Brotaufstrichen aus dem fairen Handel wurden auch köstliche Konfitüren und Gelees aus der heimischen Küche angeboten wurden. Rege wurde auch von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Waren aus dem Angebot des Weltladens in Winkels zu erwerben, die von Doris Schlicht präsentiert wurden Besonders bedanken sich die Organisatoren für die großzügigen Spenden zur Abdeckung der Kosten.

Natürlich gab es neben dem Frühstück auch einige Informationen zum fairen Handel:

Der Dachverband vergibt und überwacht das Fair-Trade-Siegel, auf das man beim Einkauf achten sollte. Es verpflichtet auf die Grundsätze von Dialog, Transparenz und Gerechtigkeit im Welthandel. 1,6 Millionen Erzeuger und ihre Familien in über 50 Ländern profitieren heute schon vom Fairen Handel:

• 10 % der Erlöse gehen in soziale Projekte vor Ort
• Es gibt geregelte Arbeitszeit, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit
• Ausbeuterische Kinderarbeit ist strengstens verboten
• Die Einhaltung von ökologischen Standards und nachhaltiger Wirtschaftsweise wird überwacht.

Schon heute stammen 70 % der Fair-Trade-Produkte aus biologischem Anbau. Das schützt nicht nur uns als Verbraucher, sondern auch das Personal in den Plantagen und auf den Blumenfeldern, das an anderen Stellen mit Pestiziden aus Hubschraubern geradezu beregnet wird.

Von Herbert Schuld vom Verein „Eine Welt für Alle“ kam Nachdenkliches vor dem Hintergrund und in Verbindung mit der Flüchtlingsbewegung die augenblicklich überall präsent ist. Er verwies darauf, dass „Fair Trade“ der wichtigste Schlüssel zur Bekämpfung von Hunger und Armut auf der Welt sei. Nicht durch „füttern“ sondern durch „fördern“ von Eigeninitiative und Absatzchancen für die Produkte der Dritten Welt, zu gerechten Preisen, werde dauerhafte, nachhaltige Entwicklung und eine humane Gesellschaftsordnung in diesen Ländern möglich. Das gehe gerade im Augenblick in den Nachrichtensendungen vielen flott über die Lippen. „Hätten wir nur schon mal früher damit angefangen!“, rief er aus. Die prekäre Lage der Menschheit um den Jahrtausendwechsel sei schließlich schon Ende der 60ziger Jahre vom Club of Rom publik gemacht worden.

Jetzt zeige sich der Zusammenhang zwischen ungerechter Welthandelsordnung, Not und Flucht auf schlimmste Art und Weise und letzten Endes auch, wie Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudate Si“ sage, der unauflösliche Zusammenhang von Armutsbekämpfung mit dem Kampf um den Erhalt der Schöpfung für unsere Nachkommen.

Gerade in diesen Tagen, in denen ständig schreckliche Bilder vom Flüchtlingselend über unsere Bildschirme flatterten, zeige sich, dass der Einsatz für diese Anliegen nicht nur Barmherzigkeit und Mitgefühl ausdrücke, sondern in unser aller ureigenstem Interesse sei.

„Wir müssen umdenken“, führte er aus „und den Leuten dort wo sie leben und wo sie am liebsten auch bleiben würden, ein Auskommen geben als Grundlage für ein menschenwürdiges Dasein. Jeder von uns kann mit dem Einkaufswagen dazu beitragen“.

In Mengerskirchen habe man offensichtlich die Antennen schon früh ausgefahren und die Zusammenhänge erkannt. Der Verein „Eine Welt für Alle“, engagiere sich für „Fair Trade“ und Projekte in den Entwicklungsländern z.B. seit 23 Jahren. Und Mengerskirchen könne zu Recht auch stolz und dankbar sein, dass sich über zwanzig Geschäfte, Betriebe, Schulen und Organisationen seit 2014 in die Kampagne „Fair Trade City“ eingebracht hätten. (siehe Verzeichnis nachstehend)